Krankheiten in Südostasien und empfohlene Vorsorge/Impfungen

Das Thema Krankheiten und Vorsorge ist wohl mit Abstand das unangenehmste, wenn man eine Reise nach Südostasien plant und sich auf den bevorstehenden Urlaub oder Backpacking Trip freut. Dennoch ist es zugleich mit das wichtigste Thema bei der Planung einer bevorstehenden Reise in die Tropen. Doch welche Krankheiten gibt es im Reiseland überhaupt? Wie kann man sich davor schützen? Welche Symptome treten dabei auf und vor allem – welche Impfungen sind wann und für wen wirklich empfehlenswert? Eines ist jedoch jetzt schon klar: Egal ob für das Zusammenstellen der Reiseapotheke oder die frühzeitige Planung der noch fehlenden Impfungen – sich vorab rechtzeitig zu informieren ist in jedem Fall schon einmal ein wichtiger Schritt, um unliebsamen Reisekrankheiten gut vorbereitet entgegen zu treten.

Malaria

Dengue-Fieber

Japanische Enzephalitis

Tollwut

Typhus

Beginnen wir mit den gängigsten Krankheiten die durch Stechmücken übertragen werden: Malaria, das Dengue Fieber und die Japanische Enzephalitis.

Malaria

Symptome:

Zu Beginn der Erkrankung äußert Malaria sich meist durch Kopf,- Rücken- und allgemeine Gliederschmerzen. Hinzu kommen grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und Schwitzen. Auch Anzeichen wie Übelkeit, Erbrechen und etwas seltener Durchfall sind durchaus typisch. Mit Voranschreiten der Krankheit werden die Symptome stärker, Angstzustände und Verwirrtheit können hinzukommen.

Übertragung und Auftreten:

Malaria wird durch Mückenstiche der weiblichen Anopheles-Mücke übertragen und ist hauptsächlich in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet. Die Anopheles-Mücke ist nachtaktiv und tritt vermehrt bei Einbruch der Dämmerung auf.

Vorsorge/Schutz:

Gegen Malaria existiert kein Impfstoff. Eine medikamentöse Chemo-Prophylaxe wird bei Reisen in Risikogebiete empfohlen. Diese kann entweder vorbeugend schon vor Beginn und während der Reise eingenommen oder als Notfallmedikament mitgeführt und erst bei Auftreten erster Symptome verabreicht werden.

Sonstiges:

Malaria (tropica) wird oft als die gefährlichste Tropenkrankheit bezeichnet und kann bis zum Tod führen. Jährlich sterben laut WHO knapp eine Million Menschen an Malaria. Malaria kann vollständig geheilt werden, wichtig hierfür ist jedoch eine frühzeitige Erkennung und Behandlung der Krankheit. Malaria kommt in weiten Teilen Südostasiens vor. Für genauere Infos empfehle ich die Medizinischen Hinweise des Auswärtigen Amtes für das jeweilige Reiseland zu lesen.

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Dengue-Fieber

Symptome:

Anzeichen sind hohes Fieber, Kopf-, Gelenk- und Gliederschmerzen sowie Hautausschlag. Die Inkubationszeit beträgt meist zwischen 3 und 14 Tagen.

Übertragung und Auftreten:

Das Dengue-Fieber wird durch tag- und nachtaktive Mücken des Typs Aedes (auch Gelbfiebermücke oder Ägyptische Tigermücke) übertragen und kommt in allen Ländern Südostasiens (Thailand, Philippinen, Kambodscha, Myanmar etc.) sehr häufig vor. Auch Affen können das Virus übertragen, eine Infektion von Mensch zu Mensch ist jedoch nicht möglich.

Vorsorge/Schutz:

Ein Impfstoff gegen Dengue-Fieber ist noch nicht auf dem Markt, behandelt werden können nach Ausbruch lediglich die Symptome.

Sonstiges:

Laut Tropeninstitut enden 40 – 50% der Fälle ohne Behandlung tödlich. Das Virus sorgt für eine Abnahme der Blutplättchen im Körper. Wird dies nicht behandelt kann es zu lebensbedrohlichen inneren und äußeren Blutungen kommen. Mit rechtzeitiger und adäquater Behandlung sinkt das Sterberisiko jedoch unter 1 Prozent. Auch Tage später nachdem das Fieber weitestgehend gesunken ist können noch Komplikationen wie Bauchschmerzen, Erbrechen, plötzliche Blutungen, Blutdruckabfall oder ein erhöhter Puls auftreten. In jedem Fall sollte auch jetzt noch ein Arzt aufgesucht werden.

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Japanische Enzephalitis

Symptome:

Die Japanische Enzephalitis ist eine Virusentzündung des Gehirns. Ein Großteil der Infektionen verläuft völlig ohne Symptome. Leichte Anzeichen für eine Erkrankung können Kopfschmerzen und leichtes Fieber sein. In schlimmeren Fällen bekommen die Erkrankten starke Kopfschmerzen, hohes Fieber und Anzeichen einer Meningitis. Laut Tropeninstitut sind bleibende neurologische Erkrankungen bei den überlebenden recht häufig. Knapp 50% der an der Japanischen Enzephalitis schwer erkrankten Fälle enden tödlich.

Übertragung und Auftreten:

Die Japanische Enzephalitis wird durch eher tagaktive Mücken übertragen und tritt in weiten Teilen Asiens auf. Thailand, Kambodscha, Myanmar, China, Japan, Malaysia, die Philippinen und weitere asiatische Länder sowie der Norden Australiens gelten als Risikogebiete.

Vorsorge/Schutz:

Schützen kann man sich vor der Japanische Enzephalitis mit einer Vorsorgeimpfung. Die Impfung wird hierbei zweimal - jeweils an Tag 0 und Tag 28 – durchgeführt und sollte mindestens eine Woche vor Urlaubsbeginn das zweite Mal injiziert werden. Die Kosten für die Impfung betragen rund 89 Euro je Spritze also ca. 180 Euro (Stand Oktober 2014).

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Malaria, Dengue-Fieber und Japanische Enzephalitis – Allgemeines

Alle diese Krankheiten werden durch Mückenstiche übertragen. Die wirksamste Vorkehrung ist daher, sich so wenig wie möglich von Mücken stechen zu lassen. Hierauf kannst du achten:

Insektenschutzmittel

Möglichst DEET haltig. In Südostasien haben bei mir am besten Anti Brumm und Autan Tropical gewirkt. Am besten großzügig auf die Haut und auch auf die Kleidung auftragen.

Moskitonetze

Oft verfügen Unterkünfte in ländlicheren Gebieten mit recht „undichten“ Wänden über Moskitonetze. Für den Fall der Fälle haben wir immer ein eigenes dabei, was sich bisher schon einige Male als sehr nützlich erwiesen hat (und sei es nur um Fenster dicht zu machen).
Viele Unterkünfte in Südostasien haben keine geschlossenen Fenster oder viele Ritzen in den Außenwänden. Versuche am besten vor dem Schlafengehen alle Moskitos zu erwischen und lass dann das Licht im Zimmer aus. Bei dem Versuch unsere Unterkünfte moskitosicher zu machen haben aber auch schon oft Toilettenpapier und Wattepads geholfen 😉

Beim Kauf eines Moskitonetzes solltest du unbedingt auf die Maschengröße achten. Ich hatte mir zuerst 3 bestellt die gefühlt riesige Löcher hatten. Erst das Vierte hat es dann mit auf Reisen geschafft. Außerdem ist es praktisch, wenn das Netz oben nicht spitz zuläuft, denn wenn es dann noch ein bisschen zu eng ist, bleibt man nachts andauernd daran hängen. Ich habe lange gesucht und das für mich perfekte und obendrein recht günstige Netz gefunden – mein Moskitonetz findest du hier.

Lange helle Kleidung

Trage in der Abenddämmerung und nachts am besten lange weiße Kleidung (idealerweise noch mit Moskitospray eingesprüht).

Denn: Je weniger Mückenstiche du abbekommst, desto niedriger die Wahrscheinlichkeit an lästigen Tropenkrankheiten zu erkranken 😉

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Tollwut

Die Tollwut ist eine – bis auf sehr wenige Ausnahmen – immer tödlich endende Viruserkrankung die bei Mensch und Tier eine akute Gehirnentzündung (Enzephalitis) auslöst.

Symptome:

Beim Kontakt mit einem möglicherweise infizierten Tier auf jeden Fall sofort! einen Arzt aufsuchen und nicht auf Symptome warten. Erste Symptome können erst relativ spät eintreten, eine lebensrettende Behandlung muss jedoch innerhalb der ersten Stunden eingeleitet werden. Symptome reichen von Juckreiz, Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber, Erbrechen, Unruhe und Ängstlichkeit in der Anfangsphase bis hin zu Verwirrtheit, Halluzinationen und Krampfanfällen bei Fortschreiten der Krankheit. Im weiteren Verlauf kann eine erhöhte Speichelproduktion, Schüttelfrost und Herzrhythmusstörungen hinzukommen. Die Krankheit führt schlussendlich zum Tod durch Organversagen.

Übertragung und Auftreten:

Tollwut wird über Bisse oder den Speichel eines infizierten Tieres beim Lecken von verletzter Haut übertragen. Es gibt viele Überträger (Füchse, Fledermäuse etc.) meist infiziert sich der Mensch jedoch beim Hund (insbesondere in Südostasien). Ist die Tollwut bereits ausgebrochen, gibt es keine wirksame Therapie.

Weltweites Tollwutvorkommen

Vorsorge / Schutz: Vorsorge:

Es gibt die Möglichkeit zur Vorsorgeimpfung. Der Impfstoff wird 3x an den Tagen 0, 7 und 21-28 in den Oberarmmuskel injiziert. Alle 2-5 Jahre muss die Impfung aufgefrischt werden. Der Impfstoff heißt Rabipur und kostet je Dosis ab ca. 45,- Euro also rund 140,- Euro. Manche Kassen (z.B. BKK Mobil Oil) übernehmen die Impfkosten, die Barmer GEK hat sie bei mir nicht übernommen. Die Impfung war bei mir und weiteren Bekannten – hingegen aller Horrorgeschichten im Internet die man so liest – sehr gut verträglich. Bis auf leichte Schmerzen um die Einstichstelle herum, gab es absolut keine Beschwerden. Die meisten Nebenwirkungen die im Internet beschrieben werden, betreffen lediglich den Vorgänger-Impfstoff.

Impfung nach Tollwutkontakt: Kommt man mit Tollwut in Kontakt kann man zwei Vorgehensweisen unterscheiden.

  1. Kontakt mit vorheriger Schutzimpfung
    Auf jeden Fall musst du auch hier sofort einen Arzt aufsuchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass du an Tollwut erkrankst ist jedoch in jedem Fall geringer, wie wenn du ohne vorherige Schutzimpfung gebissen worden wärst. Du bekommst jetzt noch (ich glaube es sind 2) weitere Injektionen mit unschädlich gemachten Tollwutviren die das Immunsystem anregen Abwehrstoffe gegen die wirklichen Viren zu bilden.
  1. Kontakt ohne vorherige Schutzimpfung
    Jetzt steht das volle Programm an. Du bekommst die aktive Impfung  um das Immunsystem anzuregen und die komplette passive Impfung an mehreren Tagen, die fertige Antikörper gegen die Tollwutviren enthält.

Vorteil bei vorheriger Impfung: Das Erkrankungsrisiko ist geringer und nachträglich sind weniger Impfungen notwendig. Bei mir hat zusätzlich die Angst noch überwogen, dass an vielen Orten der Impfstoff sehr schlecht verfügbar sein soll und im Ernstfall dann vielleicht nicht rechtzeitig vorhanden ist.

Sonstiges: Einem tollwütigen Tier muss man die Tollwut nicht unbedingt ansehen. Erst gegen Ende der Krankheit bildet sich z.B. der - für die Tollwut typische - Schaum vor dem Mund. Durch die übermäßige Speichelproduktion, verbunden mit einer Lähmung der hinteren Hirnnerven die zur Rachenlähmung führen, entsteht der typische Schaum vor dem Mund.
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Typhus

Typhus ist eine Infektionskrankheit die durch Salmonellen hervorgerufen wird. Unbehandelt kann die Krankheit bis zum Tode führen. Typhus ist in Deutschland, der Schweiz und Österreich meldepflichtig.

Symptome:

Zu den Symptomen zählen Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Übelkeit und teils starkes und langanhaltendes Fieber. Weitere Symptome die in schweren Fällen auftreten können sind Bewusstseinsstörungen, Milzschwellung, Hautausschlag, eine grau-weißlich belegte Zunge sowie starke Schmerzen im Nierenbereich und Unterbauch. Haarausfall, Darmperforation und Hirnhautentzündung können die Folge sein.

Übertragung und Auftreten:

Die Infektion wird über verunreinigtes Wasser und Lebensmittel übertragen. Selten sind direkte fäkal-orale Übertragungen. Typhus kommt weltweit vor, ist aber hauptsächlich ein Problem jener Länder mit schlechten Hygienebedingungen. Besonders verbreitet ist Typhus in Asien, Afrika und Südamerika.

Vorsorge / Schutz:

Es gibt die Möglichkeit zur Schluckimpfung (Wirkung 40-65%, dreimalige Einnahme, Schutz für ca. 1 Jahr) oder einen Injektionswirkstoff (Wirkung 55-75%, eine Injektion ca. 14 Tage vor Abreise, Schutz für ca. 3 Jahre). Die wirksamste Vorsorge ist die ausreichende Vorsicht beim Verzehr von Lebensmitteln und der Verzicht auf Leitungswasser in Risikogebieten.

Cook it, peel it or forget it!

Man sollte darauf achten nur ausreichend erhitzte Lebensmittel oder geschälte Früchte zu sich zu nehmen. Kein halbrohes Fleisch, Essen welches schon stundenlang in der Sonne hängt und nicht frisch zubereitet wird, keine/n (mit Wasser gewaschenen) Salat oder Früchte die du nicht selbst schälen kannst. Außerdem solltest du auf Eiswürfel in deinen Cocktails verzichten und in Garküchen kein Wasser annehmen welches nicht abgepackt ist. Am besten du gehst an die Sache mit ein bisschen Verstand heran. Wenn die (Gar-)Küche richtig unhygienisch aussieht, sich haufenweise Fliegen an Essensständen versammeln, dann geh am besten weiter zum nächsten Stand. Dort wo viele Einheimische essen ist es meist deshalb schon besser, weil die Speisen öfter frisch zubereitet werden und nicht den ganzen Tag in der Sonne liegen. Wenn die Krankheit einmal ausgebrochen ist, kann sie mit Antibiotika behandelt werden.


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HIV

Das human immunodeficiency virus ist ein menschliches Immunschwäche-Virus das nach einer mehrjährigen Latenzphasen unbehandelt zu AIDS führt.

Symptome:

Wirklich merkliche HIV Symptome treten meist erst nach mehrjähriger Latenzphase auf. Lediglich in der akuten Phase der HIV Infektion (einige Wochen nach Ansteckung) kann es zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost und Schwächegefühl kommen. Durch die Ähnlichkeit mit einer normalen Grippe, wird HIV dadurch jedoch meist nicht erkannt. Wirklich merkliche Symptome durch das geschwächte Immunsystem treten meist erst mehrere Jahre nach unbehandelter Infektion auf und werden dann als AIDS klassifiziert.

Übertragung und Auftreten: 

Am häufigsten wird HIV durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Weitere Möglichkeiten der Ansteckung sind die Übertragung durch Blut oder andere Körperflüssigkeiten. Ansteckende Körperflüssigkeiten sind:

  • Samenflüssigkeit
  • Scheidenflüssigkeit
  • Blut
  • Muttermilch

Auch über Kontakt der Schleimhäute bspw. der Darmschleimhaut können Viren übertragen werden. HIV wird nur übertragen, wenn der Kontakt einer ausreichenden Virusmenge auf Schleimhäute oder in die Blutbahn gelangt. HIV ist daher nicht ansteckend beim Niesen, Husten oder Küssen soweit keine offenen Verletzungen im Mundraum bestehen. HIV kommt weltweit vor. Eine Übersicht über besondere Risikogebiete findest du hier auf der Karte: Weltweites Vorkommen von HIV

Vorsorge / Schutz:

Der wirkungsvollste Schutz vor einer HIV-Infektion ist die richtige Anwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr. In vielen Ländern mit regem Sextourismus (wie bspw. Thailand) ist HIV weit verbreitet, dies sollte man im Ernstfall vielleicht im Hinterkopf behalten.


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Cholera

Als Cholera wird eine schwere bakterielle Infektionskrankheit bezeichnet.

Symptome:

Starker Durchfall und Erbrechen. Durch den hohen Flüssigkeits- und Elektrolyteverlust im Körper können Benommenheit, Verwirrtheit bis hin zum Koma die Folge sein. Die schlimmste Form der Cholera führt laut WHO jährlich bei 100 000 – 120 000 Menschen zum Tod. Jedoch treten lediglich bei ca. 15% der Cholerafälle merklich Symptome auf, viele Infektionen bleiben daher unerkannt und klingen auch ohne weitere Komplikationen wieder ab.

Übertragung und Auftreten:

Cholera wird durch Bakterien in verunreinigtem Wasser – seltener auch in verunreinigter Nahrung – übertragen. Hauptsächlich verbreitet ist Cholera in ärmeren Ländern in denen Abwasser- und Trinkwassersysteme nicht vollkommen voneinander getrennt sind. Weltweites Vorkommen von Cholera

Vorsorge / Schutz:

Der wirksamste Schutz gegen Cholera ist der Verzicht auf verunreinigtes Wasser. Hier gelten dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie bei Typhus. Als Vorsorge kann ein oral verabreichter Impfstoff (Dukoral) in Betracht gezogen werden. Bei Ausbruch der Krankheit ist – wie bei allen Durchfallerkrankungen – darauf zu achten, dem Körper viel Flüssigkeit zuzuführen. Neben ausreichend Wasser gibt es Elektrolytlösungen zum selbst anrühren, um den Salzhaushalt im Körper aufrecht zu erhalten. Bei starken Beschwerden solltest du jedoch unbedingt ein Krankenhaus aufsuchen, hier wird dir i.d.R. erst einmal intravenös eine Lösung mit allen wichtigen Bestandteilen zugeführt.


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Keuchhusten

Als Keuchhusten wird eine akute, hoch ansteckende Infektion der oberen Atemwege bezeichnet.

Symptome:

Keuchhusten lässt sich in 3 Stadien einteilen. Im ersten Stadium sind Symptome wie Schnupfen, trockener Reizhusten, Heiserkeit und Fieber typisch. Im zweiten Stadium wird der trockene Reizhusten durch starke, krampfartige Hustenanfälle und daraus resultierendem Erbrechen abgelöst. In der dritten Phase der Krankheit klingen die Beschwerden langsam ab. Keuchhusten wird auch als 100-Tage Husten bezeichnet, da die Krankheit über viele Wochen anhalten kann. Als weitere - aus der Krankheit resultierende - Folge kann eine Lungen- oder Mittelohrentzündung auftreten. Bei Säuglingen besteht außerdem die Gefahr des Atemstillstands.

Übertragung und Auftreten:

Keuchhusten wird durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten) von Mensch zu Mensch durch die Luft übertragen. In Deutschland ist die Anzahl der Erkrankungen dank weit verbreiteter Impfungen weit zurückgegangen. Keuchhusten ist in Deutschland meldepflichtig.

Vorsorge / Schutz:

Gegen Keuchhusten kann man sich impfen lassen. Eine Grundimmunisierung wird bei den meisten Menschen schon im Säuglingsalter durchgeführt und muss dann regelmäßig aufgefrischt werden. Im Anhang am Ende des Artikels findest du den aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Instituts als PDF Datei zum Download.


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Polio (Kinderlähmung)

Polio oder auch Kinderlähmung ist eine durch Viren übertragene Infektionskrankheit, die die Nervenzellen im Rückenmark schädigt. Die Folge können teils schwere, bleibende Lähmungserscheinungen sein.

Symptome:

Die Symptome der Kinderlähmung ähneln in ihrer Anfangsphase einer gewöhnlichen Grippe mit Fieber, teils Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sowie Kopf- und Gliederschmerzen. In vielen Fällen heilt die Krankheit ohne bleibende Schäden wieder aus. In lediglich 5-10 Prozent aller Infektionen kommt es nach einiger Zeit zu Beeinträchtigungen des zentralen Nervensystems. Bei nur ca. 1% der Infizierten verläuft die Kinderlähmung in ihrer schwersten Form und hat bleibende Lähmungen, Versteifungen, Muskelschwund und motorische Störungen zur Folge.

Übertragung und Auftreten:

Die Kinderlähmung wird durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch oder fäkal-oral übertragen. Auch geimpfte Personen können Überträger des Virus sein. Heute ist die Kinderlähmung dank der weit verbreiteten Schutzimpfung in Industrieländern fast ausgerottet. Vorsicht ist jedoch geboten in weniger entwickelten Ländern wie bspw. Afrika.

Vorsorge / Schutz:

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt die Schutzimpfung als Standardimpfung im Säuglingsalter. Vor einer Auslandsreise sollte generell geschaut werden, dass alle empfohlenen Schutzimpfungen auf dem aktuellen Stand sind (siehe Impfkalender am Ende des Artikels).


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Tetanus (Wundstarrkrampf)

Symptome:

In der Anfangsphase sind Symptome wie Abgeschlagenheit, Schwindelgefühl, Unruhe, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Gliederzittern zu beobachten. Nach und nach kommen Beschwerden wie Steifheit und qualvolle langanhaltende Muskelkrämpfe hinzu. Charakteristisch sind Verkrampfungen der mimischen Muskulatur und eine daraus resultierende Kiefersperre, so wie ein dauerhaftes Grinsen. Ohne Behandlung führt der Wundstarrkrampf bis zum Tod. Auch mit intensivmedizinischer Behandlung ist die Sterblichkeitsrate noch recht hoch, Folgeschäden sind häufig.

Übertragung und Auftreten:

Tetanus wird durch das Eindringen des Bakteriums Clostridium tetani in den Körper ausgelöst. Durch offene verunreinigte Wunden kann das Bakterium in den Körper eindringen, auch einfache tiefe Kratzer oder eine Schnittwunde kann ausreichen, um sich mit Tetanus zu infizieren. Das Bakterium kommt überall im Alltag bspw. in Gartenerde, an Holzsplittern, Nägeln oder im Straßenstaub vor. Verbreitet ist Tetanus hauptsächlich in Afrika, Südostasien und teilen von Südamerika. In Europa gehört die Schutzimpfung gegen Tetanus zu den Standardimpfungen und sollte regelmäßig aufgefrischt werden.

Vorsorge / Schutz:

Einzige wirksame Vorsorge gegen Tetanus ist die Schutzimpfung. Es ist nahezu unmöglich Situationen zu vermeiden, in denen man mit dem Erreger der Krankheit in Berührung kommt. Meist wird die Grundimmunisierung schon im Säuglingsalter, mit einer Kombinationsimpfung aus Diphterie, Polio, Keuchhusten und Wundstarrkrampf, begonnen.


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Hepatitis A

Hepatitis ist eine durch Viren verursachte Entzündung der Leber.

Symptome:

Nach einer recht langen Inkubationszeit treten Symptome wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Fieber, Durchfall, Erbrechen und Schwächegefühl auf. Ein dunkel gefärbter Urin sowie hellerer Stuhlgang sind charakteristisch für die Hepatitis A. Die Hepatitis A ist selten chronisch und heilt meist von selbst wieder aus.

Übertragung und Auftreten:

Durch verunreinigtes Wasser und/oder Lebensmittel wird das Virus übertragen. Risikogebiete sind insbesondere Südostasien, Russland, Afrika sowie Mittel- und Südamerika. Das Robert-Koch-Institut schließt nicht aus, dass das Virus auch durch Sexualverkehr übertragen werden kann.

HepatitisAVorkommen

 

Vorsorge / Schutz:

Der wirksamste Schutz ist eine Impfung gegen Hepatitis A (2 Injektionen an Tag 0 und 6-12 Monate später) oder Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B (3 Injektionen an Tag 0, 28 und nach 6 Monaten). Schnellere Impfschemata sind verfügbar. Der Kombinationswirkstoff heißt Twinrix und die Kosten werden bei Risikogruppen wie bspw. Beschäftigen in der Lebensmittelindustrie, Gastronomie, Pflege, Kindererziehung etc. von der Krankenkasse oft übernommen (die Barmer GEK hat sie bei mir nach einigen Telefonaten dann gezahlt). Neben der Möglichkeit zur Impfung gelten dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie bei Typhus. Insbesondere Meeresfrüchte, rohes Fleisch, Fisch und Eiswürfel gelten als bedenklich.


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Hepatitis B

Die Hepatitis B ist im Gegensatz zur Hepatitis A häufig akut und führt gelegentlich zu chronischen Leberschäden.

Symptome:

Die Symptome Übelkeit, Bauchschmerzen, Fieber, Durchfall, Erbrechen und Schwächegefühl treten auch bei der Hepatitis B auf. Eine gelbliche Färbung des Gesichtes und der Augen sind charakteristisch. Spätfolgen sind bspw. eine Leberzirrhose oder Leberkrebs. Bei sehr schweren Verläufen kann es zur Beeinträchtigung der Blutgerinnung kommen was eine Schädigung des Gehirns zur Folge haben kann. Hepatitis B verläuft in ca. 5-10% der Fälle chronisch.

Übertragung und Auftreten:

Die Hepatitis B kommt weltweit vor und zählt zu den häufigsten Viruserkrankungen. Laut WHO sterben jedes Jahr mehr als 780 000 Menschen an den Folgen einer Hepatitis B. Viele Menschen sind unbemerkt Überträger des Virus. Die Verbreitung erfolgt über Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin, Speichel, Galle, Muttermilch etc. Oft wird die Krankheit von infizierten Müttern an ihre Kinder weitergegeben. Auch über Schleimhäute (bspw. beim ungeschützten Geschlechtsverkehr) kann die Krankheit übertragen werden.

Südostasien, China, der Nahe Osten, die Türkei sowie weite Teile Afrikas zählen insbesondere zu Risikogebieten.

HepatitisBVorkommen

Vorsorge / Schutz:

Die Hepatitis A Impfung wird vom Robert-Koch-Institut schon für Säuglinge empfohlen und gehört zu den Standardimpfungen in Deutschland. Für Kinder und Jugendliche ist die Impfung eine Kassenleistung, Erwachsene die in Pflege- oder anderen risikobehafteten Berufen arbeiten, bekommen die Impfung teilweise auch erstattet. Einige kulante Krankenkassen übernehmen sie sogar als Reiseimpfung.

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Zusatzmaterial

Weitere Informationen zum Thema findest du u.A. auf folgenden Seiten:

  1. World Health Organization (WHO)
  2. Robert-Koch-Instutut (RKI)
  3. Auswärtiges Amt (tolle kompakte Merkblätter zum Download)
  4. Tropeninstitut

 

An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich kein Arzt bin und die Informationen auf dieser Seite lediglich aus anderen Quellen zusammengeschrieben habe. Daher: Keine Garantie auf Vollständigkeit & Richtigkeit

Die Informationen ersetzen außerdem kein Gespräch mit eurem Hausarzt oder ggf. einem Tropenmediziner, sie sollen lediglich als Kurzinformation dienen und einen groben Überblick verschaffen. Sicher fehlen hier auch noch jede Menge weitere Informationen, die jedoch den Rahmen hier sprängen würden. Nach und nach kommen jedoch auch noch andere Krankheiten hinzu.

Auf der Seite des Auswärtigen Amts findest du außerdem weitere nützliche Informationen wie z.B Impfempfehlungen für jedes Reiseland.

Für Thailand wird im Allgemeinen empfohlen die Standardimpfungen (diese findest du im beigefügten PDF des Robert-Koch-Instituts) aktuell zu halten und gegebenenfalls aufzufrischen. Hierzu gehören Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio sowie Röteln, Masern, Mumps und die aktuelle Influenza.

Weitere Empfehlungen betreffen die Hepatitis A/B Impfung (als Kombinationsimpfstoff - Twinrix - verfügbar) sowie Impfungen gegen Tollwut, Typhus und die Japanische Enzephalitis.

 

Hier kannst du dir den aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Instituts und eine Übersicht über Reisekrankheiten und Risikogebiete herunterladen:

 

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