Flashpacking

Flashpacking Unterkunft

In den letzten Jahren boomt das Backpacking und Individualreisen immer mehr.

Viele tausende Menschen packen jedes Jahr ihren Rucksack und ziehen auf in die Ferne - dabei sind sie
lange nicht mehr alle Backpacker im eigentlichen Sinn.

Von Pauschalurlaubern sind sie aber ebenfalls meilenweit entfernt.

Das sogenannte Flashpacking ist wohl die derzeit bekannteste Unterart des Backpacking.

Doch was ist der Unterschied zwischen Flashpacking und Backpacking? Was ist Flashpacking denn
eigentlich genau?

In diesem einen Punkt weiß aktuell nicht einmal Wikipedia so wirklich eine Erklärung.
Im englischen Artikel zu Rucksacktourismus steht lediglich kurz und knapp sinngemäß "Flashpacking ist
eine Art Backpacking mit mehr Geld und Ressourcen".

Joah. Cool 😀

Dennoch ist das Modewort Flashpacking in Traveller-Kreisen weit verbreitet und allgemein bekannt.

Da ich mich selbst eher dem Flashpacking zuordnen würde, will ich auf dieser Seite jedenfalls
kurz darauf eingehen  - vielleicht fühlst du dich ja ebenfalls ertappt 😉

 

Das ursprüngliche Backpacking

Typische Backpacker-Merkmale waren eigentlich immer:

  • Reisen mit wenig Gepäck und einem Rucksack auf dem Rücken
  • Individuelles Reisen

    - keine gebuchten Touren
    - keine Pauschalreisen aus dem Reisebüro
    - kein vorausgeplanter und durchgeplanter Urlaub

    aber:

    - sich treiben lassen
    - nicht wissen wo und mit wem man den nächsten Tag verbringt

  • Enger Kontakt zu Einheimischen
  • Abseits von gängigen Touristenpfaden unterwegs sein
  • Sehr niedriges Reisebudget
  • Schlafen im geteilten Schlafsaal oder kleinen Hostelzimmer
  • Langsame und günstige Fortbewegung zu Fuß, mit Bus und Bahn

Die meisten Backpacker waren bzw. sind eher junge Leute, Studenten und Schüler mit wenig Geld, die einfach mal die Welt bereisen und etwas Spannendes erleben wollten.

Den gerade beschriebenen Rucksacktourismus gibt es immer noch. Viele Menschen jedoch bezeichnen sich selbst als Backpacker, obwohl das Wenigste vom ursprünglichen Backpacking noch auf sie zutrifft.

Genau aus diesem Grund, wurden im Laufe der Zeit andere Begriffsdefinitionen wie bspw. das Flashpacking erfunden.

 

Was ist denn nun Flashpacking?

Als Flashpacking bezeichnet man weiterhin das Individualreisen meist abseits vom Massentourismus und mit engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Für die meisten Flashpacker steht die Erfahrung und das Kennenlernen fremder Länder und Kulturen immernoch genauso im Vordergrund, wie für Backpacker - wenn auch mit mehr Annehmlichkeiten und höherem Budget.

Flashpacker sind oft nicht mehr ganz so jung wie Backpacker. Auch gehen viele Backpacker im Laufe der Jahre, nach unzähligen Nächten in Dormrooms mit Kakerlake und Co. dann irgendwann zum Flashpacking über.

 

Digitale Nomaden & Flashpacker

Eine ganz besondere Art der Flashpacker sind die digitalen Nomaden.

Digitale Nomaden sind Menschen, die von überall auf der Welt ortsunabhängig arbeiten können und oft auch keinen festen Wohnsitz haben.

Digitale Nomaden verdienen ihr Geld meist mit einem oder mehreren Online Business/es. Als Blogger, Online Unternehmer, Berater, Programmierer, Autor oder Übersetzer (meist auch eine Kombination aus mehreren Berufen) reisen sie durch die Welt und verdienen nebenbei ihr Geld.

Dadurch, dass digitale Nomaden über ein mehr oder weniger gutes Einkommen verfügen, können sie natürlich auch etwas besser leben und reisen wie junge Backpacker die gerade erst ihr Abi in der Tasche haben.

 

Was genau macht einen Flashpacker denn nun aus?

An dieser Stelle beschreibe ich am besten kurz meine eigene Art zu reisen.

Flashpacking bedeutet für mich, nicht mehr "jeden" Cent umdrehen zu müssen.

Ich schlafe zum Beispiel nicht mehr in Dormrooms, weil man dort weder konzentriert arbeiten kann, noch in irgendeiner Weise seine Privatsphäre hat.
Entweder wird es ein kleines schnuckeliges Hostel-Zimmer oder aber ein recht günstiges Hotel (was ja eher untypisch für Backpacker ist).
Online findet man eine Vielzahl günstiger Hotelzimmer mit Frühstück und manchmal sogar Pool und Sauna. Das hat wenig mit dem ursprünglichen Backpacking gemeinsam.

Was mir jedoch beim Reisen sehr, sehr wichtig ist: Flexibel sein!

Ich nehme grundsätzlich nicht an geführten Touren teil, würde niemals über das Reisebüro buchen und puzzle mir meine Reisen immer selbst zusammen.

Mal nehme ich das Flugzeug, ich habe aber andererseits auch kein Problem meinen Backpack stundenlang über Stock und Stein zu tragen, um zu meiner nächsten Unterkunft zu kommen (nehme also selten ein Taxi). Auch Bus- und Zugfahrten gehören zur Tagesordnung, weil das einfach meist günstiger ist.

Stichwort Backpack. Beim Flashpacking muss es auch nicht gezwungenermaßen ein Backpack sein. Viele Flashpacker sind mit einem kleinen Trolley unterwegs, in dem sie ihr nötigstes Hab und Gut verstauen. Das kann - je nach Reiseziel und der Häufigkeit der Umzüge - auch ganz entspannt sein.
Und nur weil man einen Trolley hinter sich herzieht, ist man noch lange kein Pauschalurlauber 😉

Ihr seht also, irgendwie hat die Bezeichnung für das "Zwischendrin" - das Flashpacking - doch irgendwie gefehlt.

 

Flashpacking Uebersicht

 

In der Tabelle habe ich mal grob den Versuch unternommen, die beiden Reiseformen Backpacking und Flashpacking miteinander zu vergleichen. Sicher lässt sich das nicht zu 100% pauschalisieren, aber ganz grob könnte man das denke ich so zuordnen.

Beim Flashpacking hast du trotz anderer Unterkünfte viel Kontakt zu Einheimischen und lernst Land und Leute kennen. Du bewegst dich auch gerne mal abseits des Massentourismus, der eine mehr, der andere weniger.
Oft sind Flashpacker mit mehr technischer Ausrüstung unterwegs als Backpacker, das liegt aber vermutlich auch daran, dass viele von ihnen von unterwegs aus arbeiten.

Alles in allem denke ich, dass der Übergang von Backpacking zum Flashpacking recht gleitend ist. Das wirklich ursprüngliche, sehr einfache Leben in einer Strandhütte auf einer einsamen Insel ist aber in den letzten Jahren immer seltener geworden. Viele der ehemaligen Backpacking Destinationen sind heute vom Tourismus völlig überfüllt und die Infrastruktur wurde nach und nach immer besser ausgebaut.

 

Fazit

Du musst dich nicht rigoros zwischen einfachem Backpacking-Kakerlaken-Kuschel-Leben und teurem Pauschalurlaub mit Tennissocken und Badelatsche entscheiden. Meiner Meinung nach ist es doch völlig egal wie du unterwegs bist, solange DU dich dabei wohl fühlst und happy bist. Mittlerweile gibt es sehr, sehr, sehr viele Leute (junge aber auch ältere Menschen) die diese Zwischenform - das Flashpacking - praktizieren und damit rundum zufrieden sind. Was für dich der richtige Weg ist, kannst nur du selbst entscheiden. Und wenn es dir Spaß macht völlig entgegen der Definition mit Trolley, Tennissocken und rosa Badelatschen im Dormroom zu schlafen und bunte Hippie-Blumenkettchen zu flechten, dann ist es genau das, was du tun solltest! 😉

Because: Don't care about what other people think 😉

Bist du Back- oder Flashpacker?

Oder vielleicht gar nichts von beidem? 😉

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