Finanzen auf Reisen – Die besten Tipps und Tricks

Kennst du das?

Deine nächste Reise steht an und du sitzt zu Hause und überlegst dir, wie viel Geld du mitnehmen sollst und wo wohl das beste Versteck für deine riesigen Summen an Bargeld sein könnte.

Exakt diese Fragen hat mir eine Freundin vor ein paar Wochen gestellt.

Gerade auf langen Reisen ist es oft schwer, genau einzuschätzen wie viel Geld man benötigen wird. Und wer hat schon Lust Unsummen von Bargeld mit sich herumzutragen und womöglich zu verlieren?

Wohl keiner!
Fast alle Backpacker und Leute die viel Reisen haben eine Kreditkarte und einige gut bewährte Tipps, Do & Don’ts für den sicheren Umgang mit Geld auf Reisen.

Aber lange Rede kurzer Sinn. Hier sind meine.

Do & Don’ts für den sicheren Umgang mit Finanzen auf Reisen

 

Eröffne dir ein Bankkonto mit kostenloser Kreditkarte & weltweit kostenloser Bargeldabhebung


 

Eine Kreditkarte ist heutzutage die einfachste und eleganteste Möglichkeit im Ausland an Bargeld zu kommen. Weltweit haben VISA und Mastercard die größte Akzeptanz und du findest in fast allen Ländern unzählige ATMs, an denen du Geld abheben kannst.

Zumindest aber verfügt jeder Flughafen (ich habe noch keinen gesehen, bei dem das nicht der Fall war) über einen oder mehrere Geldautomaten an denen du mit VISA oder Mastercard Geld abheben kannst.

In Thailand stehen gefühlt alle 200 Meter einige ATMs nebeneinander. Wenn du dich also nicht gerade im hintersten Kuhdorf befindest, dürftest du keinerlei Probleme haben, einen zu finden.

Geldautomaten in Bangkok

 

In der Regel kostet das Geldabheben im Ausland eine Gebühr die – je nach Reiseland – zwischen ca. einem und vier Euro schwankt. In Thailand wird für jede Geldabhebung ein Betrag von 150 Baht (umgerechnet ca. 3,60 Euro) fällig. Das kann natürlich bei vielen Geldabhebungen auf die Dauer recht teuer werden.

Bei der Deutschen Kredit Bank (DKB) kannst du weltweit kostenlos Geld abheben. Die Kontoführung bei der DKB ist kostenlos, du bekommst eine kostenlose VISA Karte und zusätzlich wird dein Guthaben auch noch relativ gut verzinst. Runde Sache. Das finden nahezu alle Reiseblogger die ich kenne – daher empfiehlt eigentlich auch jeder das DKB Konto auf seiner Seite. Hier das DKB Konto in der Übersicht:

  • Kostenlose Kontoführung
  • Kein Mindesteingang erforderlich
  • Kostenlose EC-Karte + Partnerkarte
  • Kostenlose VISA Kreditkarte + Partnerkarte
  • 0,9% Zinsen auf das VISA-Konto

  • Weltweit kostenlos Geld abheben
  • Keine versteckten Kosten
  • Sogar die in Thailand erhobenen Automatengebühren werden
    nach einer formlosen E-Mail an info@dkb.de sofort zurückerstattet

Meiner Meinung nach alles was ein gutes Konto / eine gute Kreditkarte fürs Ausland (und nicht nur fürs Ausland) bieten muss.

PS: Auch für die Leser unter euch die aus Österreich kommen, gibt es eine gute Nachricht. Das DKB Konto lässt sich ebenfalls aus Österreich eröffnen.


Mehr Infos gibt es unter:www.dkb.de

Reise immer mit mind. 2 verschiedenen Kreditkarten falls eine geklaut, eingezogen, gesperrt oder einfach nicht akzeptiert wird


 

Stell dir vor: Du reist durch Asien und verlässt dich voll und ganz auf deine Kreditkarte mit der du zu jeder Zeit kostenlos Bargeld abheben kannst. Soweit so gut. Was aber, wenn:

  • Der ATM deine Kreditkarte verschluckt?
  • Dir jemand die Kreditkarte klaut?
  • Du deinen Brustgurt beim Check-In ausziehst, aus Versehen liegen lässt und bereits im Flieger sitzt? Lach nicht. Genau das ist uns vor einer Woche in Bangkok am Flughafen passiert 😉
  • Der Magnetstreifen beschädigt ist und deine Kreditkarte vom Automaten nicht erkannt wird?
  • Deine Bank deine Kreditkarte aus Sicherheitsgründen sperren lässt, weil sie die Transaktion aus dem Ausland als verdächtig einstuft?

Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen mehr als eine Kreditkarte mitzuführen und diese bestenfalls an unterschiedlichen Orten aufzubewahren.

Im Idealfall hast du eine VISA und eine Mastercard. Mir ist es jedoch noch nirgends passiert, dass meine VISA Karte nicht akzeptiert wurde.

Anders sieht es aus mit gewöhnlichen EC-Karten. EC-Karten werden außerhalb Europas meist nicht anerkannt. Teilweise hast du noch Glück wenn deine EC-Karte ein aufgedrucktes Maestro Zeichen hat. Die neueren vpay EC-Karten werden im Ausland nicht akzeptiert.

Notiere dir PIN-Nummern die du nicht einwandfrei auswendig kannst online und offline


 

Ohne PIN-Nummer bist du im Ausland ziemlich aufgeschmissen. Bei mehreren Bankkarten weiß man aber oftmals nicht jede Nummer wirklich sicher auswendig. Für diesen Fall notiere ich mir meine PIN-Nummern immer und führe diese online sowie offline mit mir mit.

Variante 1:

Du kannst deine PIN-Nummer als Telefonnummer getarnt aufschreiben. Sieht dann in etwa so aus:
Hans Mayer 07531/374917

Speichere die Nummer beispielsweise als Telefonnummer unter einem Namen den du nicht kennst oder als zusätzliche Nummer / Faxnummer einer deiner Freunde in deinem Handy.

Variante 2:

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, deine Nummer leicht abzuändern. So wird z.B. aus:
374917 – 485028

In diesem Beispiel habe ich einfach jede Zahl um 1 erhöht. Hier gibt es natürlich unzählige Möglichkeiten wie du deine Nummer kodieren kannst, ohne dass jemand deine richtige PIN Nummer herausfinden wird.

Deiner Kreativität sind hierbei natürlich keine Grenzen gesetzt – nur merken solltest du es dir natürlich können 😉

Weitere Tipps:

Um dir merken zu können welche Nummer zu welcher Karte gehört, kannst du zum Beispiel für die Deutsche Kreditbank den Namen Doris Keller in dein Handy einspeichern. Hierbei kannst du dich dann an jeweils dem ersten Buchstaben des Namens orientieren.

Meine verschlüsselten Nummern drucke ich mir aus und laminiere den kleinen Zettel ein. Diese Zettel habe ich dann einmal im Tagesrucksack und einmal im Backpack dabei, falls einer der Rucksäcke abhandenkommt. Zusätzlich speichere ich mir die Datei online in der Dropbox. So kann ja fast nichts mehr schiefgehen.

Denke bei längeren Reisen an deine (verschlüsselte) TAN-Liste und Sperrnummern


 

Wenn du länger im Ausland unterwegs bist kann es sein, dass du von unterwegs aus eine Überweisung tätigen musst.  Entweder du beauftragst jemanden Zuhause damit, sich um deine Finanzen zu kümmern oder aber du nimmst deine TAN-Liste verschlüsselt mit.

Ich habe mir für meine Reisen die TAN-Listen einmal in Excel abgetippt und dabei dieselbe Variante angewendet, wie bei den PIN-Nummern. Entweder du verdrehst zahlen, inkrementierst sie oder ersetzt irgendetwas – nur merken solltest du es dir können. Die TAN-Liste kommt dann auch wieder laminiert in den Rucksack und digital in die Dropbox.

Die Sperrnummern deiner Bank solltest du dir auch notieren. Wenn du einmal eine Karte verlierst oder sie dir geklaut wird, genügt oft ein kurzer Anruf bei dieser Sperrnummer und innerhalb weniger Minuten ist deine Karte für Diebe unbrauchbar.

Trage dein Geld unbemerkt am Körper


 

Ich hebe mir am ATM immer Geld für die nächsten 3-5 Tage ab. Damit du nicht dein ganzes Bargeld + Kreditkarten offen mit dir herumträgst empfiehlt sich Folgendes:

  1. Kleiner Geldbeutel
    In einem kleinen Geldbeutel bewahrst du ein wenig Bargeld für den Markt, dein Essen unterwegs und ein wenig Shopping auf – sonst nichts.
  1. Bauchgurt / Bauchtasche
    In einem Bauchgurt kannst du deine Kreditkarte, ggf. deinen Reisepass und die größeren Summen an Bargeld unbemerkt direkt am Körper tragen. Bei Jungs fällt ein etwas größerer Bauchgurt unter dem Shirt meist kaum auf. Für die Mädels empfiehlt sich vielleicht ein etwas schlankerer Bauchgurt – den 
    trage ich dann meist in Hüfthöhe, da er unter enganliegenden Tops wohl eher nicht unbemerkt bleibt.

    Hier zwei Beispiele für Bauchgurte – Bauchgurt für Männer die etwas größere Variante und Bauchgurt für Mädels.

  1. Geldgürtel
    Eine Alternative zur Bauchtasche stellt der Geldgürtel dar. Hier kannst du allerdings wirklich nur Geld verstauen – manchmal wird es selbst für die Kreditkarte schon recht eng. Geldgürtel  sind natürlich super praktisch und bequem und vor allem weniger störend als eine Bauchtasche.

    Hier ein Beispiel für Geldgürtel.

Nutze Geldverstecke und/oder einen Pacsafe


 

Größere Summen Bargeld, weitere Kreditkarten, den Reisepass oder andere kleinere Wertgegenstände kannst du auch in Geldverstecken im Rucksack unterbringen. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ob zusammengeknülltes Paar Socken, Wäschebeutel oder Brillen-Etui, es gibt unzählige Möglichkeiten. Wenn du es etwas ausgefallener möchtest oder einem Backpacker ein kleines Geschenk machen willst, findest du auch bei Amazon raffinierte, kleine Geldverstecke.

Eine weitere Möglichkeit die ich nicht unerwähnt lassen möchte ist der Pacsafe.
Das Pacsafe-Edelstahlnetz kannst du einfach um deinen Rucksack spannen und irgendwo befestigen. So ist dein Gepäck zumindest vor Gelegenheitsdieben geschützt oder du kannst es unbesorgt unbeaufsichtigt im Hostel zurücklassen.

Teile Geld, Kreditkarten und wichtige Dokumente auf mehrere Orte auf


 

Am sichersten gehst du vor, wenn du deine Kreditkarten, Bargeld und Wertgegenstände auf mehrere Orte aufteilst. Ich zum Beispiel mache das so:

Bauchgurt:    
   
 
Hier kommt die wichtigste Kreditkarte und die größte Summe Bargeld in Landeswährung rein und ist immer sicher geschützt am Körper. Du solltest natürlich nicht in der Öffentlichkeit wild an deinem Bauchgurt herumkruschteln um an deine Kreditkarte zu kommen!

Bauchtasche:
  
 
Ich habe immer eine Bauchtasche dabei, die ich über meinen Klamotten trage. Hier kommt das Handy, ein wenig Bargeld für Märkte, Essen und Shopping in einem kleinen Geldbeutel und ein paar Tempos für unterwegs rein. Fertig.

Tagesrucksack:

Im Rucksack den ich tagsüber meist unterwegs dabei habe ist dann nur noch meine Bridge-Kamera und ggf. mein Tablet. Also leichte Sachen. Alternativ kommt hier das Zeug von der Bauchtasche rein, wenn ich keine Lust habe sie zu tragen.

Backpack:

Der Backpack steht meist in Hotel- oder Hostelzimmer wenn man unterwegs ist. Hier habe ich eine kleine Reserve an Euro (50-100 Euro die ich eigentlich noch nie gebraucht habe) sicher verstaut an einem Ort, wo eigentlich keiner nach Geld sucht. Meine weiteren Notfallkreditkarten und das Laptop sind ebenfalls im Backpack und bleiben somit im Zimmer, wenn ich unterwegs bin.

Mit dieser Taktik kannst du dir recht sicher sein, dass niemals alle deine Wertgegenstände auf einmal abhandenkommen. Am wichtigsten sind die Kreditkarten! Solltest du unterwegs wirklich einmal deine Kreditkarte verlieren (was mit  Bauchgurt schon sehr unwahrscheinlich ist), hast du als Backup immer noch eine, die im Zimmer liegt.

Tausche dein Geld nicht schon in Deutschland in die Fremdwährung


 

Wenn du eine Kreditkarte hast ist es völlig unnötig dein Geld schon in Deutschland in Fremdwährung zu tauschen. An jedem mir bekannten Flughafen gibt es Bankautomaten und meine erste Amtshandlung nach jeder Ankunft ist der Weg zum ATM. Hier bekommst du immer den aktuellsten Wechselkurs und zahlst keinerlei Gebühren (mit der DKB Karte).

Wechsle dein Geld nach Möglichkeit nicht in örtlichen Wechselstuben


 

Wechselstuben sind vom Kurs meist schon etwas besser, als das Geld schon in Deutschland umzutauschen, dennoch käme ich im Leben nicht auf die Idee eine Wechselstube zu nutzen. Wechselstuben erheben Gebühren und haben meist einen schlechteren Wechselkurs als den aktuellen Tageskurs den du am ATM bekommst. Wenn du aber eine totale Abneigung gegen Kreditkarten haben solltest ist dies immer noch die bessere Variante, als dein Geld schon in Deutschland zu tauschen.

Denk nicht einmal darüber nach dir Reisechecks zu besorgen


 

Reisechecks sind meiner Meinung nach total veraltet und ich kenne keinen einzigen Backpacker der diese noch verwendet. Wenn du Pech hast, hältst du dich in Gegenden auf, wo nur eine von fünf Banken deinen Reisecheck überhaupt akzeptiert. Ich denke da an Bekannte, die ohne Kreditkarte durch New York tingelten und dann ziemlich doof aus der Wäsche schauten 😉

Trage nie zu viel Bargeld mit dir herum


 

Da du mit der Kreditkarte von überall auf der Welt kostenlos Geld abheben kannst, gibt es keinen Grund nicht alle 2-3 kurz an einem ATM Halt zu machen, um dir neues Bargeld zu besorgen. Der Vorteil ist ganz klar: Du hast niemals zu viel Bargeld dabei, das du mit dir herumschleppst. Wenn du wenig Bargeld dabei hast, kann dir auch weniger geklaut werden – klingt logisch? 😉 Seitdem ich nur noch mit sehr geringen Mengen an Geld unterwegs bin, fühle ich mich unterwegs einfach viel sicherer.

Zeige nicht zu offensichtlich, dass du im Besitz von viel Geld bist


 

Die Überschrift sagt eigentlich schon alles. Selbst in Deutschland ist es nicht ratsam mit tausenden von Euros in der Hand rumzuwedeln, wieso also sollte es das im Ausland sein? Die Menschen bspw. in Südostasien sind oft um ein vielfaches ärmer als wir und können in deinen umgerechnet 200 Euro, die du zu offensichtlich zur Schau stellst, schon die Möglichkeit sehen, ihre Familie einige Zeit über die Runden zu bringen – leg es daher am besten einfach nicht darauf an.

In Touristengebieten wirst du ohnehin schon oft als wandelndes Spanferkel betrachtet, das es auszunehmen gilt. Auch beim Handeln auf Märkten ist es nicht ratsam deinem Gegenüber zu zeigen, wie wohlhabend du – in ihren Augen - wirklich bist, aber das ist ein anderes Thema.

Wissenswertes kurz zusammengefasst


 

  • ATMs gibt es in vielen Ländern an jeder Ecke, zumindest aber immer an Flughäfen.
  • Eine Kreditkarte auf Reisen ist die sicherste und flexibelste Art an Geld zu kommen.
  • Für viele Onlinebuchungen deiner Hotelzimmer benötigst du eine Kreditkarte.
  • Es gibt ein paar Banken die im Ausland keine Kreditkartengebühren erheben und sogar Automatengebühren zurückerstatten – so zum Beispiel die DKB.

Fazit


 

Eine Kreditkarte auf Reisen ist in meinen Augen in der heutigen Zeit nahezu unentbehrlich. Neben meinem Reisepass ist sie das Wichtigste, das ich mit mir führe – eigentlich sogar wichtiger wie der Reisepass.
Sie verschafft dir Flexibilität und Sicherheit und mit dem richtigen Umgang kann nahezu nichts mehr schief gehen.

Wenn du die Tipps beherzigst, bist du auf der sicheren Seite. Mir ist unterwegs so noch nie etwas wirklich Negatives passiert (mal abgesehen von der Aktion mit dem Bauchgurt am Flughafen – der übrigens durch superfreundliches Flugzeugpersonal ausfindig gemacht werden konnte und wieder zu uns zurückfand) 😉

Posted in Allgemein, Backpacking Tipps, Finanzen auf Reisen.

2 Comments

  1. Ein ganz informativer Artikel mit wichtigen Informationen, die man unbedingt beachten sollte, denn auf Reisen möchte man schließlich nicht irgend wann ohne Geld dastehen. Da ist es auf jeden Fall sinnvoll, sich vorher ausgiebig zu informieren.

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